Mit IIIF «dem Tod in die Augen sehen»

Von Christian Erlinger, 22. Dezember 2025

Der Totentanz, der Bilderzyklus auf der Luzerner Spreuerbrücke, ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Stadt Luzern (vgl. Benjamin Bartsch: Wenn der Tod zur Hochzeit kommt). Auf ZentralGut sind Fotografien der noch vorhandenen und im Stadtarchiv Luzern aufbewahrten Gemälde mit umfangreichen Metadaten verfügbar (Sammlung Brückenbilder Spreuerbrücke). Das Interesse an den Gemälden und der zugrunde liegenden Geschichte war über die Jahre hinweg stets gross. Ausdruck dafür ist beispielsweise der umfangreiche Band an Stichen von Joseph Schneller, herausgegeben bei den Gebrüdern Eglin in Luzern im Jahr 1867. Mit großer Sorgfalt und Detailtreue hat Schneller hier Druckvorlagen nach den originalen Ölgemälden geschaffen. Auch die Stiche sind in ZentralGut einsehbar.

Bei der Erschliessung der Gemälde sowie der einzelnen Drucke wurde in ZentralGut eine Verlinkung zwischen den beiden korrespondierenden Objekten (Ölgemälde als «Originalwerk» und Stich als «Reproduktion») hergestellt und ist in den Metadaten verfügbar (vgl. Abb. 1). So ist ein leichtes Browsen und Navigieren zwischen den einzelnen Digitalisaten möglich.

Abbildung 1: Screenshot der Metadaten eines Spreuerbrückengemäldes mit dem korrespondierenden Stich

Jedes Objekt in ZentralGut weisst in der Navigationsleiste einen Abschnitt «Downloads» auf, wo das Objekt bzw. die Metadaten in unterschiedlichen Varianten zur Speicherung angeboten werden (vgl. Abb. 2).

Ein Eintrag davon lautet «IIIF Manifest». Wenn man darauf klickt, wird eine Webadresse in die Zwischenablage gespeichert. Für das Gemälde «Das Brautpaar» sieht diese Adresse folgendermassen aus: https://zentralgut.ch/api/v1/records/SALU_F2a_Bruecken_250402_KdmLU14/pages/1/manifest/

Wird dieser Link im Browser direkt aufgerufen, erscheint eine Metadatendatei im JSON-Format, die für den menschlichen Durchschnittsbenutzer eher wenig informativen Mehrwert bietet. Was verbirgt sich hinter diesen Daten und was bedeutet IIIF bzw. «IIIF Manifest»? IIIF (ausgesprochen «Triple-Ei-F») steht für «International Image Interoperability Framework» und ist ein international gepflegter Standard um den Zugriff auf Digitalisate (im Besonderen aus den Gedächtnisinstitutionen) einheitlich technologisch zu ermöglichen (vgl. Wikipedia).

Abbildung 2: Screenshot des Abschnittes «Download» eines ZentralGut-Objekts

Um auf Basis des oben gezeigten Links auf das sogenannte «IIIF-Manifest» eine «gefällige» Anzeige des Bildes zu erhalten, braucht es Zugriff auf einen IIIF-Viewer. Eine weit verbreitete Viewer-Software ist «Mirador». Auch auf ZentralGut bieten wir einen solchen Mirador-Viewer unter https://zentralgut.ch/mirador an. Dort kann man durch Klicken auf «Add Resource» und einfügen der Manifest-URL das Bild in die Anzeige laden. Der Mirador-Viewer erlaubt das beliebige Hinzufügen weiterer Manifeste.

Am Beispiel der Brückenbilder eignet sich dieser IIIF-Viewer hervorragend, um beispielsweise das Digitalisat des Gemäldes mit jenem der Eglin-Stiche zu vergleichen. Dabei lässt sich schön die Arbeit des Stechers veranschaulichen, quasi ein «Fehlersuchbild für Junge und Junggebliebene».

Dazu muss man nun im Mirador Viewer die gewünschten Ressourcen hinzufügen:

In der darauf angezeigten Liste kann durch Anklicken eines der ausgewählten Ressourcen, die Vollbildanzeige ausgewählt werden. Klickt man danach auf das «Plus»-Icon links oben in der Navigationsleiste, kann eine weitere zuvor hinzugefügte Ressource ergänzt werden. Das Ergebnis wäre dann wie in Abbildung 4 gezeigt, ein geteilter Bildschirm mit den beiden Werken, in die man individuell hineinzoomen und vergleichen kann – um so tatsächlich «dem Tod in die Augen zu sehen».

Wir hoffen mit diesem Einblick in die technischen Möglichkeiten von ZentralGut einen kleinen Beitrag zur verbesserten Nutzung unserer Plattform zu ermöglichen. Wir freuen uns sehr über Ihr Feedback.

Abbildung 3: IIIF-Logo
Abbildung 4: Anzeige des Mirador-Viewers mit zwei angezeigten Digitalisaten zum Vergleich
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