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Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr (1892)

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Deskriptive Daten

fullscreen: Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr (1892)

Zeitschrift

Titel:
Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr
Sammlung:
Bibliothek Zug
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Zug

Zeitschriftenband

Titel:
Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr
Sammlung:
Bibliothek Zug
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
1892
Datierung:
1892
Bandzählung:
1892
Kanton:
Zug
Permanente ID:
ark:/63274/bz1f49f
Lizenz:
Copyright not evaluated
Link zur Quelle:
https://ggw-bucket01.fra1.digitaloceanspaces.com/assets/Zuger-Neujahrsblatt/ZNB-PDFs/Zuger_Neujahrsblatt_1892.pdf

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr
  • Zugerisches Neujahrsblatt für die Jugend und Freunde der Geschichte für das Jahr (1892)

Volltext

, 
,»« li n » 
— 22 — 
Kaplau Bussard gewählt und die Pfruud ist neuerdings ledig und bleibt ledig bis zum 29. Mai 
gleichen Jahres, auf welche Zeit nach getroffener Anmeldung und absulvirter Prüfung der 
Pnestcr-Candidat, Hcrr Peter Bannwatt von Suluthuri,, zn gleiche»! Gchalt, wie sein Vorgänger, 
gewählt wird, mit dcr Liccnz, daß er den Eintritt auf künftigen 1. Novmiber (Schuljahr-Anfang) 
znrückstcllcn könne, uiu Vorher die Wcihungen zum Priester zu empfangen. DaS Pfrundgut ist 
lui inwi'ii» an Nathsherr Schell vorlehnt und zwischen dem provisorischen Schnlvcnvalter, Herrn 
Bussard, und dem Neugewähltcu eine Geld-Abturung getroffen wurde». Professur und Kaplan 
Bannwart blieb si eben; eh n Jahre auf seiner Stelle und gab am 15. Oktuber 184! de», 
Nathc sein Entlassuugsgcsuch mit der Anzeige ein, daß er nach Lnzcrn als Professor der 
Grammatik gewählt sei. Bei Berathung über die Wiedcrbcsetzung dieser Professur machten sich 
im Nathe zwei Neuerungen geltend. 
Die Einen, Nathsglieder und zugleich Mitglieder der Schulkommissio», betonten, die 
Schule mehr der bürgerl i chen Ausbildung zuzuwenden und vun den Latmilursm die 
Nhcturik, weil um' von 2—3 Schülern und dazu uuch nicht hiesigen, nnd sunstigcr Mangcl- 
haftigteit wegen eingehen zu lassen; die Andern hatten das Einkummm im Auge und wollten 
die Pfrundmattc sammt Haus und Scheune in Anbetracht der günstigen Lage versteigern und 
damit dem Bcneficiaten eine höhere Zins-Rendite mnögliÄM. Gegen die rrstcre Anregung uahm 
in der Schulkummissiun deren Präsident, Herr Stadtpfancr, und die geldlichen Mitglieder sofort 
Stellung. Die zweite wurde nach vurgängiger Unterhandlung mit dem Ordinariat in Sulothurn 
durch eine Nathseilaiintuiß Vom 20. November 1841 beschlossen. Sulche lautet: 
1) Es füllen die unter'», 3. Dez. 16U7 von de», huchseligm Kaspar Wcißenbach, gewesene», 
Münzvenvalter allhicr, zu Gunsten der St, Karls-Kaplane, gestifteten Haus, Garten, 
- , Scheune nnd Pfruudmatt, genannt „ Kilchst a p f e n ", unten an der Pfarrkirche St. 
Michael gelegen, auf de», Wege öffentlicher Versteigerung sammthaft vevkanft werden. 
2) Der Erlös dieser zu veräußernde» Liegenschaften ist und bleibt unveräußerliches, 
^ ' ' geistliches, kirchliches Gut der Stadtgemoinde Zug und zwar der Kaplan« St. Karl. 
3) Jeweiliger Stadtrat!, vu» Zug überwacht gleich ander», geistlichen und kirchlichen 
Gut die solide hypothekarische Anleihnng des Erlöses. 
^ 4) Gegenwärtige Ettenntniß, wie dann auch der Erfolg der Versteigerung mehr genannter 
... Pfrund-Liegenschaftm ist de», hochw. Herrn Bischof von Sololhuln in Abschrift 
mitznthcilen. 
, , Am 23. Dezember 1841 wurde das Pfnind-Hcimwesen von Hrn. alt-Nath Bossard in 
der, St. Oswaldsgasse um 6000 Gl. ersteigert u»d am IN. Februar 1842 wird der inzwischen 
sich angemeldete 1l. I). Bonifaz Stanb als Kaplan zu St. Karl und Professur der Syntax, mit 
der Besoldung von 655 Gl. 24 ß., dazu 4 Gl. 1U ß. für er.tra gestiftete Messen gewählt. Nach 
,14jährigcr Amtsdaucr fulgto ih», in gleicher Funktion mit dem 1/November 1856 II. IX Joseph 
Suppiger bis 12. Oktuber 1801. Unter diesem Datum wird li.. I). B. Steinmann vun Gußau 
ernannt unter dem vom Stadtrat!) an, 1ü. Oktober revi di rt en Pfrundbricf, der alsu lautet: 
Zusa u, n, custel l n n g 
der Verpflichtungen und Einkünfte der St. Carls-Pfründe verbunden mit der zweiten Lehrerstelle, 
am Gymnasium. 
I. I m Al l gemei nen 
hat er in weltlichen Dingen die betreffenden weltlichen Behörden, in Kollatursachen den lübl. 
Stadtrat!) als kompetente Nichter anzuerkennen, und sich in allen Anordnungen zu unterziehen, 
welche derselbe mit Vorbehalt ungeschmälerter Erhaltung der Pfruudgüter sowohl bezüglich der 
Pfründe als der Lehrerstelle vurzunehmen der Zeit und der Umstände gemäß nüthig oder zweck- 
mäßig erachten wird. , . 
II. I m 2 p c z i e l l e n. ' ,/ ' V '-' 
l>) Als Bcncsiziat der St, Carspfvünde soll derselbe: 
Die geistlichen Funktionen im Sinne des betreffenden Stiftsbriefcs von, 3. De- 
zember 1667 und nach bisheriger Ucbung verrichten. Namentlich hat er in der Kapelle 
zn St. Carl wöchentlich 3 hl. Messe» z» lesen, als je am Sonntag, Dinistag und 
Freitag. Ferner soll er dort Messe halten, an alle» gebotene» Feiertagen, au beiden 
hl. Kreuztagen, an St. Joh. Baptisten-Tag, an den, Tagen des S. Laurentins, St. 
Carolus, St. Franziskus vun Assisis St. Barbara, St." Iuhann, St. Nikolaus vun 
der F<üe und an den 4 Fruhnfasten; alles gemäß Stiftung und bisheriger Ucbung 
(die fiir die Pfnmd zu applizircndn, Messen sollen auf 72 reduzirt sein), 
d) Dem hochwürdigeu Swdtpfarrer bei seinen geistlichen Fnnktiunen möglichste Unterstützung 
angedeihcn sein lassen. 
Als Lehrer am Gymnasium ist er gehalten, bis 24 Stunden Unterricht per Wuche 
nach jeweilen bestehende». Lehr- und Stundenplan zu ertheilen, die speziellen Lehrerverpflichtungen 
genau zu erfüllen nnd die dahcrigw Weisunge» der löbl. Schulkouinnssiun und des Stadtrates 
zu befolgen. «- <> c, 
'' _,. ^ Ei nkünf t e. - , , 
a) Der Pfrund: 
Zinsertragniß vo», Stiftungskapital je per Martini . . . . Fr . ?8ü. — 
Angemerkt wird, daß der Besitzer des St. Carlshuf jährlich 
4 Messen, eine ü Fr. I. 15, eine ä Fr. 1. 40 und 2 l'l 20 ß. zu be- , 
streiten hat. ' > , , , , , 
d) Der Lehrerstellc: ' - 
Ohne freie Wohnung, in Ouartalzahlungen auf Eude Januar, April, 
Juli und Oktober, jährlich . , . . . . .' . „ 820. — 
Gegeben vor Stadtrat!). l ,i > , ., Zusammen Fr. 1606. — 
. Zug, den 19. Oktuber 1801. ^,^' ' >' . ^ „ . F. I . M,iß, Stadtschreiber. 
Diese Verpflichtungen wurden unter de», Bencsiziaten II. I>. Al. Uttinger, gestorben 
Anfangs November 1867, dahin erleichtert, daß in der Kapelle St. Karl nur an der Kirchwcih, 
Sonntag nach Maria Himmelfahrt und an. Tage des hl, Carlu Burromeo jewcilen ein Amt 
abzuhalten ist, die übrigen Messen aber in der Spitaltirche gelesen werden konnten, mit Vorbe- 
halt, daß wenn man wieder auf die frühere Ordnung sollte zurückgekommen, für den jeweiligen Besitzer 
des St. Carlshof auch wieder die früheren Vcrpflichtuugcu eintrete». Alles unter Anzeige an 
das Tit. Ordinariat nach Sulothuru. Dabei ist es, „ach vcrdankenswerther kompetenter Mit- 
theilung, unbedeutende Pastoraländerung vorbehalten, geblieben, und es bleibt mir, angelangt zum 
Schluß meines historischen Rückblicks, nur auf zwei, sich daraus ergebende Beobachtungen hinzuweisen. 
«) Ist aus der ursprünglich ganz kirchlichen Stiftung eine mehr weltlich, bürgerliche 
geworden. 
!,) Zeigt der allzuhäufige Benefiziatwechsel, daß die Vereinigung vun geistlichen Pfründen 
" ' mit Professurstelleu für die Schule seine Schattenseite hat. 
8mo ir. et, ^ ^
	        

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