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Briefe an die Eltern und Geschwister in Escholzmatt

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Deskriptive Daten

fullscreen: Briefe an die Eltern und Geschwister in Escholzmatt

Handschrift

Titel:
Briefe an die Eltern und Geschwister in Escholzmatt
Sammlung:
Handschriftliche Quellen der ZHB Luzern Sondersammlung
Dokumenttyp:
Handschrift
Erscheinungsdatum:
1831
Datierung:
1831-1846
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1p17h0
Lizenz:
Public Domain Mark 1.0
Umfang:
12 Briefe

Brief

Titel:
[1. Brief von Joseph Marbacher an seine Eltern und Geschwister. Detroit, 28. Oktober 1831.]
Urheber*in:
Marbacher, Joseph
Sammlung:
Handschriftliche Quellen der ZHB Luzern Sondersammlung
Dokumenttyp:
Handschrift
Strukturtyp:
Brief

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Briefe an die Eltern und Geschwister in Escholzmatt
  • [1. Brief von Joseph Marbacher an seine Eltern und Geschwister. Detroit, 28. Oktober 1831.]

Volltext

daß mich, sozusagen von Aller Welt abgesöndert hat. Ich habe nun bereits das 23 Jahresalter ereicht aber noch wenige fröhliche Tage gehabt, Aber Alles Jrdische ist vergänglich, und es würde mich reuen meine Zeit unüze verschwendet zu haben und mich in Leichtsinigkeit und Lustbarkeit abgegeben hätte. Liebe Eltern es ist sehr wahrscheinlich daß mein Zweiter Brief nicht in eure Hände gekommen seyn wird da wegen der Revolution in ganz Europa die Briefe nicht über die Grenzen haben passieren können. Ich habe von einem Landsman der von Basel ge- bürtig, und letzen Brachmonath von dort abgereist ist erfahren daß Auch ein sehr Großer Volksaufstand in den Kantonen Basel, Solothurn, Luzern, Bern, und fast in allen Kantonen der Schweiz ein Allgemeine Unruhe entstanden sey und daß es manchem Ehrlichen für das Allge- meine Wohl sorgenden Manne schlim ergangen sey; Dieses macht mir sehr viel Kummer und ich zweifle nicht daß Ihr Euch nicht in diese Händel gemischt und dabey das Loos der Ungerechtigkeit Euch zu Theil geworden was Euch Euer jährlichen Gehalt hätte kösten können. Ich zweifle nicht daß Ihr nicht viel Jammer und Elend auszustehen habt, Allein überall hat man seine Leiden. Ich habe Euch schon vielmal zu mir gewünscht und es würde auch beßer fur Euch seyn wan Ihr hier wäret da hier das Land Wohlfeil und gut ist und der Landman fast keine Abgaben zu bezahlen hat. Ich wolte meinem Vaterlande nichts wünschen als eine Constitution wie der Vereinigten Staaten, wo der Arme wie der Reiche zur Wählung der Regierungsglieder das gleiche Recht hat und für das allgemeine Wohl, so gesorgt wird wie hier Alein die Reise ist beschwerlich und kostbillig und gefährlich besonders für betagte Leute und bey veränderung des Climats ist man Krankheiten Ausgesetzt die oft sehr gefährlich sind obschon die Gegend hier sehr gesund ist und zweitens ist man unbekannt und fremd und kennt die Sprache nicht. Liebste Eltern ich finde zu weitlaufig um Euch alles zu Schreiben was hier Mode und Sitte ist im kurzen gesagt, die Sitten sind nicht so verwildert wie bey uns, und das gemeine Volk hat mehr Aufklärung und jeder Bauer liest die Zeitung worin enthalten ist was im Congress vorgeht. Ich lebe Still und zufrieden, und wäre es nicht für Euch liebste Eltern würde ich mein Schiksal nicht zu verändern wünschen. Manchen Nacht wan ich vom Schlafe erwache stell ich mir mein Vätterliches Wohnhaus vor, wo ich die Jahre meiner Kindheit unter dem Schuze eines verständigen, einsichtvollen Vatters unter der Obhut einer dich [!] mit Zärtlichkeit liebenden Mutter zugebracht habe 0 Glükliche Stunden der Kindheit wo man ohne Sorgen den Befehlen seiner Eltern unterthänig ist. Mit klopfendem Herzen macht mir das innerste [...] Gewißens Vorwürfe die Pflicht meiner Eltern nicht erfült zu haben und das Viele Gute daß Sie mir gethan mit Bösem vergolten zu haben immer grübelt der Gedanke mir am Gewißen daß Vieleicht Mein Vater oder Mutter oder Geschwisterte am Krankenbette auf die Heimkunft Ihres Unglüklichen Sohnes warten werden auf dem Sie einst Ihr Hoffnung gestüzt hatten einst im Alter unterstüzt zu werden. Herzbrechende Gedanken Eines Kinder das

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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