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nachhaltig (8/2021)

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Deskriptive Daten

fullscreen: nachhaltig (8/2021)

Zeitschrift

Titel:
Cogito
Untertitel:
das Wissensmagazin der Universität Luzern
Sammlung:
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Luzern
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern

Zeitschriftenband

Titel:
nachhaltig
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2021-12
Bandzählung:
8/2021
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1499w
Link zur Quelle:
https://www.unilu.ch/fileadmin/universitaet/dienste/unikomm/dokumente/cogito/cogito_8_2021.pdf

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Cogito
  • nachhaltig (8/2021)

Volltext

33 
FORSCHUNG 
einigung, der Farner Consulting AG und des Schweizeri- 
schen Handels- und Industrievereins (heute Economie- 
suisse) ausgewertet. 
Ermöglichung von Steuerhinterziehung angeprangert 
1976 hatte der Genfer Soziologe und SPS-Nationalrat 
Jean Ziegler die Schweiz und insbesondere den 
Finanzplatz in Aufregung versetzt. In seinem Buch «Eine 
Schweiz – über jeden Verdacht erhaben» bezichtigte er 
die Schweizer Banken der «Hehlerei» und warf dem 
Finanzplatz vor, eine tragende Rolle in der internationa- 
len Steuerflucht und -hinterziehung einzunehmen. Das 
Buch von Ziegler war der vorläufige publizistische 
Höhepunkt einer sich seit dem Ende der 1960er-Jahre 
intensivierenden Kritik am Schweizer Finanzplatz von 
linken und entwicklungspolitischen Kreisen. Diese 
innenpolitische Skandalisierung beruhte ideologisch auf 
der internationalen Kritik am Finanzplatz, insbesondere 
am Schweizer Bankgeheimnis und dessen Bedeutung 
für die internationale Steuerflucht. 
Bis in die zweite Hälfte der 1970er-Jahre stand vor allem 
die internationale Geschäftstätigkeit der Banken im 
Fokus der Kritik. Dann die Wende: Im Frühjahr 1977 
musste die Schweizerische Kreditanstalt SKA (die 
heutige Credit Suisse) schwerwiegende Unregelmässig- 
keiten ihrer Filiale in Chiasso öffentlich einräumen. Im 
Verlauf der eingeleiteten Strafuntersuchung stellte sich 
heraus, dass die Filialleitung in Chiasso über Jahre 
hinweg Schwarzgeld, vor allem aus Italien, am Fiskus 
vorbeigeschleust hatte. Der Chiasso-Skandal sorgte für 
einen Wandel im Umgang mit dem Finanzplatz. Die 
Kritik an den Banken rückte in die politische und 
gesellschaftliche Mitte und führte zu einer Politisierung 
des Schweizer Finanzplatzes. Als direkte Folge lancierte 
die SPS eine Volksinitiative, um die staatliche Aufsicht 
über den Schweizer Finanzplatz nachhaltig zu verstär- 
ken. Gleichzeitig prägte der Chiasso-Skandal praktisch 
alle bankpolitischen Themen wie zum Beispiel das neue 
Rechtshilfegesetz oder die Revision der rechtlichen 
Grundlagen der Banken. 
Lancierung grossangelegter Kampagnen 
Die Banken reagierten auf diese politischen Herausfor- 
derungen auf verschiedenen Ebenen. Politisch aktivier- 
ten sie unter der Führung der Schweizerischen Bankier- 
vereinigung ihre vielfältigen Kontakte in die Politik, um 
die Gesetzesberatungen und Vernehmlassungen nach 
ihrem Willen zu beeinflussen. Gleichzeitig lancierten die 
Banken unter der Leitung der Farner Consulting AG eine 
breit angelegte Kampagne gegen die Bankeninitiative. 
Bereits ab 1978 versuchte der Finanzplatz, unter 
massivem Einsatz von finanziellen Mitteln, die öffent- 
liche Meinung zu beeinflussen. Die Werbekampagne 
zielte darauf ab, die Banken als elementaren Bestandteil 
der Schweiz zu etablieren und sollte nicht nur die 
Bankeninitiative versenken, sondern auch das banken- 
politische Umfeld langfristig im Sinne der Banken 
prägen und gestalten. 1984, nach sechs Jahren Banken- 
kampagne, wurde die SPS-Bankeninitiative vom Volk 
mit 73 Prozent effektiv deutlich abgelehnt. Dies führte 
zu einer «kulturellen Hegemonie» des bankenfreund- 
lichen Narrativs in der Schweizer Politik und blockierte 
die kritische Auseinandersetzung mit dem Finanzplatz 
in der Innenpolitik über Jahre. 
Gleichzeitig führten aussenwirtschaftspolitische 
Ereignisse zu einer verstärkten Zusammenarbeit von 
Banken und den unterschiedlichen Departementen der 
Bundesverwaltung. Sowohl in der Bewältigung der 
lateinamerikanischen Schuldenkrise, bei Fragen der 
internationalen Regulierung der globalen Finanzwelt 
und beim Umgang mit dem Apartheid-Staat in Südafrika 
arbeiteten die Schweizer Banken eng mit den Behörden 
zusammen, um die Interessen des Finanzplatzes zu 
wahren und die Stellung der Banken im Ausland zu 
stärken. Es handelte sich dabei um eine symbiotische 
Beziehung: Zum einen waren die Banken auf die 
Unterstützung der Politik angewiesen, zum anderen 
hatte die offizielle Schweiz ein grosses Interesse, den 
Finanzplatz zu unterstützen und dessen Ziele internatio- 
nal zu vertreten. 
Quasi demokratische Legitimierung 
Aller Turbulenzen in den 1970er- und 1980er-Jahren zum 
Trotz: Der Schweizer Finanzplatz ging gestärkt aus 
dieser Phase hervor – vor allem die Grossbanken. 
Innenpolitisch waren sie durch die deutliche Ablehnung 
der Bankeninitiative quasi demokratisch legitimiert. Die 
Liberalisierung der globalen Finanzwelt in den 1980er- 
Jahren ermöglichte den Schweizer Banken eine starke 
Expansion des internationalen Geschäftes und die 
Sicherung ihrer herausragenden Stellung in der 
internationalen Vermögensverwaltung. Gleichzeitig 
wuchs jedoch der internationale Druck auf den Finanz- 
platz und insbesondere auf die Rolle der Schweizer 
Banken im Zusammenhang mit Fluchtgeldern und 
illegalen Steuervermögen. Zudem tauchte mit dem 
Skandal um nachrichtenlose Vermögen bei Schweizer 
Banken bereits der nächste, gesellschaftliche, politische 
und wirtschaftliche Sturm für den Finanzplatz auf. 
«Banken im Sturm. Die Politisierung des Schweizer 
Finanzplatzes in den 1970er- und 80er-Jahren» (Chro- 
nos, Zürich 2021) von Lukas Tobler ist in Buchform und 
online open access erhältlich. 
Lukas Tobler 
Seit der Promotion 
Projektmitarbeiter und 
Dozent am Institut für 
Geschichtsdidaktik 
und Erinnerungskultu- 
ren der Pädagogischen 
Hochschule Luzern 
Sinnbild für den 
Finanzplatz Schweiz: 
der von den Nieder- 
lassungen der 
Grossbanken UBS 
und Credit Suisse 
geprägte Zürcher 
Paradeplatz.
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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