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Echo (Nr. 1)

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Nutzungslizenz

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Deskriptive Daten

fullscreen: Echo (Nr. 1)

Zeitschrift

Titel:
Echo
Untertitel:
das Magazin der Volksinitiative "Zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr"
Sammlung:
Kantonsbibliothek Uri
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Brig
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern

Zeitschriftenband

Titel:
Echo
Sammlung:
Kantonsbibliothek Uri
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
1989
Datierung:
1989
Bandzählung:
Nr. 1
Permanente ID:
ark:/63274/bur1f04r6
Lizenz:
In Copyright 1.0

Artikel

Titel:
Transit: Auf dem Buckel der Bergler
Urheber*in:
Fuchs, Hanns
Sammlung:
Kantonsbibliothek Uri
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Echo
  • Echo (Nr. 1)
  • 9. Mai: Start der Unterschriftensammlung
  • Transit: Auf dem Buckel der Bergler

Volltext

Transit: Auf dem Buckel der Beraler 
Früher war alles ganz anders. Da lief im 
ılpenquerenden Gütertransit nichts, 
ıber auch gar nichts ohne die Bergler. 
“Der Verkehr war, man kann sagen, mo- 
ıopolisiert in den Händen der einheimi- 
ichenBevölkerung. Es waren die Landwir- 
'e, die diese Güter transportiert haben. Sie 
haben ein eigenes Pferd gehabt. Die Infra- 
struktur für die Bewältigung dieses Ver- 
tehrs war vorhanden. Man kann sagen, 
lass dieser Verkehr der einheimischen Be- 
‚ölkerung sehr viel gebracht hat," erzählt 
Ruedy Bomatter, angehender Historiker 
us Andermatt. Sein Heimatort an der alten 
Gotthardroute hat die frühere Bedeutung 
‚m Transitverkehr längst verloren. Nicht so 
lie Gotthardroute an sich: 
süden und vom Süden in den Norden 
ransportiert worden. Und nie zuvor 
ıatten die Betroffenen in den Bergtä- 
#FN SO wenig zu sagen zu diesem rastlo- 
:en Getriebe und Gebrumme vor ihrer 
daustür, ; 
3ine logische Folge des technischen Fort- 
ichrittes und der wirtschaftlichen Ent- 
vicklung, sagt der Bündner Verkehrs- und 
Virtschaftshistoriker Jürg Simonett: “Im 
‚aufe des Ausbaus, auch der technischen 
irneuerung durch Fahrstrassen, später 
lann durch Eisenbahnen und Autobahnen 
vurde ein sehr grosses Kapital erforder- 
ich. Dieses Kapital konnten die einheimi- 
‘chen Bauern, Säumer-Bauern oder Fuhr- 
nann-Bauern nicht aufbringen. Dieses 
Kapital kam vornehmlich aus den Zentren 
ınd nach dem Spruch ”Wer zahlt, befiehlt.” 
sewannen auch die Zentren mehr Einfluss. 
Diese Zentren waren im 19. Jahrhundert 
‚ielleicht Chur, Bellinzona, Luzern und 
Lugano, später Bern, Zürich und Mailand, 
also diese Zentren, die vor allem vom 
schneller werdenden Verkehr profitierten, 
lie liegen und lagen immer weiter ausein- 
ander, sie lagen immer weniger in den 
durchfahrenen Alpengebieten selbst.” 
Das ist der Preis, den die Bergler für den 
Fortschritt zahlen mussten und müssen. 
Je näher sie dank besserer Erschlies- 
sung den Zentren kamen, desto ferner 
waren sie den Entscheidungsinstanzen. 
Und noch eine zweite Rechnung haben sie 
zu begleichen, die Leute in den engen 
Tälern mit den schnellen Strassen. "Zch 
brauche eigentlich keinen Wecker, ich 
werde hier gratis geweckt. Im Sommer 
kann das schon vor fünf Uhr anfangen mit 
lem intensiven Schwerverkehr.” "Der Fe- 
‘lenverkehr stört sehr, dass merkt man vor 
ıllem im Sommer, wenn es heiss ist, wenn 
nan im Garten ist. Es gab schon Zeiten, 
lass man wegen des Gestankes ins Haus 
>ehen musste.” "Viel mehr können wir 
ıicht mehr ertragen. Wir sind sicher ander 
„imite.” Stimmen aus der Gemeinde 
Andeer an der Bernardino-Route im bünd- 
ıerischen Hinterrheintal, 
Keine Verfügungsgewalt mehr über die 
Verkehrsträger, kaum noch Nutzen 
ıber viele Lasten aus dem Güterfern- 
‚erkehr, düstere Befürchtung, ange- 
sichts der europäischen Forderung nach 
schnellen und freien Wegen durch den 
Alpenriegel, dass ist der Hintergrund 
zur Alpentransit-Initiative aus dem 
Berggebiet. 
Per Verfassung soll der Lebensraum der 
Bergler vor den Auswirkungen des Tran- 
zitverkehrs geschützt werden. Eine Forde- 
‚ung, die quer liegt zu den verkehrspoliti- 
schen Strategien für den europäischen Bin- 
nenmarkt. Der Aufstand der Alpenbewoh- 
1er gegen Europa? Der Briger Umweltse- 
<retär und Mitinitiant Andreas Weissen 
winkt ab: "Es geht nicht darum, dass wir 
gendwelches Potenzgehabe gegenüber 
ler übrigen Welt oder gegenüber Europa 
nanifestieren wollen, sondern wir wollen 
yanz klar zeigen: Das Mass ist heute mehr 
ıls voll, wir brauchen eine andere Art der 
Verkehrsabwicklung, sonst geht früher 
der später unser Lebensraum, unsere 
3iosphäre kaputt.” Und noch etwas solldie 
nitiative zeigen, sagt Weissen weiter, sie 
;oll auch dokumentieren, dass die Alpen- 
xewohner nicht gewillt sind, die Opferrol- 
e im schweizerischen Bemühen um die 
Zuropafähigkeit zu übernehmen. 
Beitrag von Hanns Fuchs im "Echo der 
Zeit" vom 25. Februar 1989) 
INIZIATIVA 
DA LAS ALPS 
Alpen- 
Initiative? 
Das Kürzel "Alpen-Initiative" 
besagt, worum es uns "Berglem" 
seht, nämlich um den Schutz des 
Alpengebietes, unseres Lebens- 
und Wirtschaftsraumes. Die wach- 
;ende Belastungen, vorab durch 
len Strassenverkehr, haben das für 
Mensch und Umwelt erträgliche 
Mass längst schon überschritten. 
Jnd eine Erleichterung ist nicht in 
Sicht. Im Gegenteil, der Transit- 
verkehr wird gemäss den Progno- 
jen massiv zunehmen. Wir sind 
jedoch nicht mehr länger bereit, die 
vachsende Verkehrslawine taten- 
los hinzunehmen. 
Der Name "Alpen-Initiative” steht 
ıber auch für die geografische Her- 
<unft der Bewegung, die hinter 
diem Anliegen steht. Wir sind 
Leute aus den Bergkantonen Grau- 
Jünden, Tessin, Uri und Wallis, die 
erstmals versuchen, gemeinsam 
eine Verkehrspolitik aus der Sicht 
des Alpengebietes zu formulieren 
und an die schweizerische Oeffent- 
lichkeit zu tragen. 
1900 Laster rollten letztes Jahr im Schnitt 
Tag für Tag durch den Strassentunnel zwi- 
schen Göschenen und Airolo. Seit der Er- 
öffnung dieses Tunnels hat sich der Stras- 
jengüterverkehr auf dieser Nord-Süd- 
Achse mehr als verdoppelt, Tendenz stei- 
zend, und wenn ab 1992 der europäische 
3innenmarkt Wirklichkeit sein wird, ist 
nit einer neuen Flut von Lastern zu 
:echnen. 
Noch nie zuvor sind so viele Güter auf 
len Alpenachsen vom Norden in den 
IMPRESSUM 
Echo, Vereinszeitung der Alpen- 
'nitiative, Postfach 29, 3900 Brig, 
Tel. 028/24 22 26 
Redaktion: Andreas Weissen (ver-“ 
antwortlich), Rita Huwiler 
Druck/Lay-out: Zytdruck, Post- 
fach, 3900 Brig 
0gi zur Alpen-Initiative:"Ausdruck der 
Stimmung im Alpenraum" 
Kaum hatten wir Ende Februar die Lancierung der "Alpen-Initiative” beschlossen, verwies Bundes- 
rat Adolf Ogi anlässlich des Kongresses der deutschen Industrie- und Handelskammer auf unser 
Projekt. Wir zitieren aus seiner Rede vom 3. März 1989: 
noch eine zusätzliche Spur für 40-Tönneı 
bauen könnte?” 
"Zudem akzeptieren die Leute an dieseı 
Achse keinen zusätzlichen Schwerverkehr 
auf der Strasse mehr. Ja, es gibt sogar 
Leute in unseren Alpenkantonen, die 
den gesamten Nord-Süd-Güterverkehr 
auf die Schiene zwingen wollen, Eine 
solche Initiative wurde letzten Samstag 
lanciert. Sollte es nach dem Text dieser 
sehr einschneidenden Initiative gehen, 
würden überhaupt keine Güter im 
Transitverkehr auf der Strasse trans- 
portiert." 
"Der Bundesrat geht, wie sie wissen, diffe 
renzierter vor und verweigert nur’ den 
schweren Lastwagen über 28 t die Fahr! 
auf den Schweizer Strassen.” 
" Aber dass überhaupt eine solche Initia- 
jGve lanciert worden ist, zeigt doch die 
Stimmung im Alpenraum.” 
"Sicher ist, dass das Schweizer Volk eine 
Erweiterung der Gewichtslimite von 28 t 
auf 40 t nicht hinnähme. Das haben Unter- 
suchungen klar ergeben. Mit. der Aufhe- 
bung der 28-Tonnen-Limite würden von 
heute 600’000 Lastwagen plötzlich 1,5 
Millionen Lastwagen über die Alpen 
kraxeln. Der Stau wäre da. Die Unzufrie- 
denheit gross. Das Referendum sicher. Deı 
Ausgang der Volksabstimmung klar. 
Fazit: Wir können nichtam Volk vorbei re- 
gieren. Ersparen Sie uns daher, liebe 
Freunde der EG, eine solche Abstim- 
mung.” 
"... Wir können auf unserer Gotthard-Au- 
tobahn keine zusätzliche Spur bauen, Die 
Alpentäler sind zu eng. Kommen Sie mal 
schauen! Und sagen Sie mir dann, wo man 
Lastwagenflut am Gotthard 
Der Text der Alpen-Initiative 
Seit 1980 hat sich der Schwerverkehr am Gotthard 
verzwanzigfacht (vgl. Graphik LNN). Die Zunahme 
der Lastwagen widerspiegelt die Abnahme der Le- 
)ensqualität im Urner Reusstal und in der Leventina, 
Luftverschmutzung und Lärmbelastung zehren an 
Gesundheit und Nerven der Anwohner entlang deı 
Transitachse. 
Die Eidgenössische Volksinitiative "zum Schutze 
des Alpengebietes vor dem Transitverkehr" hat fol- 
genden Wortlaut: 
A 
rt. 369uater (neu) 
1 Der Bund schützt das Alpengebiet vor den nega- 
tiven Auswirkungen des Transitverkehrs, Er be- 
grenzt die Belastungen durch den Transitver- 
kehr auf ein Mass, das für Menschen, Tiere und 
Pflanzen sowie deren Lebensräume nicht schäd- 
lich ist. 
ah 
? Der alpenquerende Gütertransitverkehr von 
Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene. Der 
Bundesrat regelt die notwendigen Massnahmen 
auf dem Verordnugsweg. Ausnahmen sind nur 
zulässig, wenn sie unumgänglich sind. Diese 
müssen durch ein Gesetz näher bestimmt werden. 
3 Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet 
darf nicht erhöht werden. Ausgenommen sind 
Umfahrungsstrassen zur Entlastung von Ort- 
schaften vom Durchgangsverkehr. 
+0 1981 
Die statistischen Werte sagen aber nichts aus über die 
Art der transportierten Güter. Regelmässig fahndet 
die Urner Kantonspolizei nach illegalen Gifttrans- 
porten. Skrupellose Transporteure verschieben auf 
der Strasse hochgiftige Frachten: Die Laster werden 
so zu gefährlichen, rollenden Zeitbomben. 
Übergangsbestimmungen Art. 19 (neu) 
Die Verlagerung des Gütertransitverkehrs auf die 
Schiene muss zehn Jahre nach Annahme von 
Artikel 36quater Absatz 2 abgeschlossen sein.
	        

Institution

 
Kantonsbibliothek Uri

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