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Echo (Nr. 107)

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Deskriptive Daten

fullscreen: Echo (Nr. 107)

Zeitschrift

Titel:
Echo
Untertitel:
das Magazin der Volksinitiative "Zum Schutze des Alpengebietes vor dem Transitverkehr"
Sammlung:
Kantonsbibliothek Uri
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern

Zeitschriftenband

Titel:
Echo
Sammlung:
Kantonsbibliothek Uri
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2010
Bandzählung:
Nr. 107
Permanente ID:
ark:/63274/bur110401
Lizenz:
In Copyright 1.0

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Echo
  • Echo (Nr. 107)

Volltext

echo– Nr. 107 / 21. Juni 2010 
Druck aus der Schweiz nötig? 
Lärm behindert Bahn ausbau 
am Ober- und Hochrhein 
6 
aa. Die Diskussionen am deutschen Ober- 
und am Hochrhein erinnern an diejenigen 
um die NEAT in Uri oder um die Bahn- 
2000 im Mittelland. «Die Bahn soll durch 
den Tunnel», steht auf einem Plakat, «Die 
Politik lässt uns im Stich» auf einem an- 
deren. Acht Bürgerinitiativen haben sich 
in der Interessengemeinschaft Bahnprotest 
an Ober- und Hochrhein (IG BOHR) 
zusammengetan. Sie wollen die neue 
Doppelspur nicht verhindern, aber das 
dritte und vierte Gleis streckenweise unter 
den Boden oder tief gelegt sehen, an an- 
dern Orten wird eine Parallelführung mit 
der Autobahn verlangt. Güterzüge sollen 
die Siedlungen meiden und möglichst 
durch die Tunnelstrecken fahren. 
Gebaut ist darum noch nicht viel, mit Aus- 
nahme des Katzenbergtunnels unweit von 
Basel. «Wenn die Bahn auf unsere Varian- 
te einschwenkt, so kann sie schon morgen 
mit Bauen beginnen», meint Roland Diehl, 
pensionierter Physiker und Sprecher der 
IG BOHR. Baden 21 heisst die optimierte 
Linienführung, die auch von den meisten 
Gemeinden und vom Bundesland Baden- 
Württemberg unterstützt wird – gegen die 
Deutsche Bahn und Verkehrsminister 
Ramsauer, welche Mehrkosten von 920 
Mio. Euro zusätzlich zu den veranschlagten 
5,8 Milliarden befürchten. «Was ist das 
schon aufgeteilt auf die vielen Jahre der 
Bauzeit und erst recht auf die 150 Jahre, 
welche diese Strecke in Betrieb sein 
wird», kontert Diehl. 
In Wirklichkeit dürfte der Verkehrsminis - 
ter gar nicht unglücklich sein über den 
Widerstand in der Region. Gegenüber der 
Schweiz, die auf diesen Streckenausbau 
wartet, kann er auf die Opposition verwei- 
sen, um das ohnehin knappe Geld in Hoch- 
geschwindigkeitsstrecken zu stecken. «Je 
mehr Druck Herr Leuenberger macht, um- 
so besser für uns», erklärt deshalb Roland 
Diehl. Für Diehl ist klar: Die Güter gehö- 
ren auf die Schiene. Aber wenn Po litik und 
Bahngesellschaften sich nicht mehr bemü- 
hen, die Züge leiser zu machen, dann droht 
die Verlagerungspolitik zu scheitern. 
echo– Nr. 107 / 21. Juni 2010 
Mehr Husten neben 
der A2 
tob. Ein Forschungsprojekt des Bun - 
desamts für Umwelt hat ein beunruhi - 
gendes Resultat ergeben: Menschen, 
die direkt entlang der Transitachse 
A2 wohnen, leiden  zwei bis drei Mal 
häufiger an chro nischem Husten und 
pfeifender Atmung als Leute, die 
mehr als 200 bis 300 Meter von der 
Autobahn entfernt leben. Verkehrs- 
bedingte Stäube erhöhen laut der 
schweizerischen Sapaldia-Studie das 
Asthmarisiko bei Erwachsenen mar- 
kant. Untersuchungen in Südkalifor- 
nien haben ähnliche Resultate erge- 
ben: Kinder, die in weniger als 75 
Metern Distanz zur Autobahn auf - 
wuch sen, hatten ein um 65% erhöh- 
tes  Risiko, an Asthma zu erkranken. 
Tiroler Appell 
tob. Deutliche Worte richtete der 
Tiroler Verkehrsminister Bernhard 
Tilg an die Adresse der Behörden in 
Wien. Es sei absurd, Europa stehe 
hinter dem Brenner-Basistunnel für 
die Bahn, Österreich aber ziere sich. 
Tilg: «Wir müssen uns mit Vollgas der 
Verlagerung und der Alpentransit- 
börse zuwenden. Der Gü ter transit 
muss auf die Schiene, sonst macht 
der Basistunnel keinen Sinn.» 
Schon 1991 und dann nochmals 1996 hat sich Deutschland verpflichtet, 
die Eisenbahnlinie von Karlsruhe nach Basel auszubauen. Doch der 
Ausbau harzt – nicht nur wegen der Kosten, sondern auch als Folge 
des Widerstands der Bevölkerung. 
aw. Im Frühjahr 1990 trugen die beiden 
Saumpferde «Mona» und «Lisa» die 
Unterschriften der Alpen-Initiative von 
Brig nach Bern. Mehrere Tage war der 
Tross zu Fuss unterwegs. Einzig am 
Lötschberg nahmen wir die Bahn, weil auf 
dem Gemmipass der Schnee noch meter- 
hoch lag. Dann, nach fünf Tagen, der 
Einmarsch in Bern: ein eher verlorenes 
Häuflein im strömenden Regen. Wir wa- 
ren froh, die Schachteln mit den Unter- 
schriftenbögen einigermassen trocken in 
die Bundeskanzlei bringen zu können. 
Die Alpen-Initiative war überzeugt, nur 
dann eine Chance an der Urne zu haben, 
wenn sie eine lang gezogene Kampagne 
führt. Der Transitverkehr und der Schutz 
der Alpen sollten nicht nur vier Monate, 
sondern vier Jahre lang Thema sein. Die 
Organisation von Wanderungen schien uns 
ein geeignetes Mittel, um unsere Bot- 
schaften unter die Leute zu bringen. 
Vorbild war die Tour des Verkehrsclubs 
der Schweiz (VCS) vom Gotthard zum 
Brenner im Jahr 1989, um für die Einfüh- 
rung einer europaweiten Schwerverkehrs- 
abgabe zu werben. Armin Braunwalder, 
damals Vorstandsmitglied der Alpen-Initia - 
tive, leitete die Tour. Das Medienecho 
hielt  sich in Grenzen, doch unterwegs 
konnten zahlreiche Kontakte geknüpft 
werden. Viele der damaligen Mitwande - 
rerInnen engagierten sich danach noch 
während Jahren für die Alpen-Initiative, 
einige bis auf den heutigen Tag. 
Die erste Wanderung der Alpen-Initiative 
führte im Herbst 1990 nach Westen, vor- 
bei an den drei Transitachsen Grosser St. 
Bernhard, Mont Blanc und Fréjus/Mont 
Cenis, über uralte Römerwege, durch ein- 
drückliche Gebirgslandschaften und die 
Naturjuwelen des französischen National- 
parks La Vanoise. 
Der erste Tag begann gemächlich, mit ei- 
nem sanften Aufstieg von Bourg-Saint- 
Pierre im Wallis hinauf zum Hospiz des 
Grossen St. Bernhards. Rund eine Stunde 
unter dem Pass mussten wir zum ersten 
Mal den Regenschutz aus den Rucksäcken 
klauben, ein nasskalter Wind peitschte auf 
die Gesichter. Die warme Stube und der 
warme Wein liessen später das harsche 
Wetter rasch vergessen. 
Am zweiten Tag strahlte die Sonne, als wir 
kurz vor acht Uhr das Hospiz verliessen. 
Bald einmal verlor sich der Weg im Steil- 
hang. Nach einer mehrstündigen mühsa- 
men Querung erreichten wir endlich den 
Wanderweg, der unten vom Tal herauf 
zum Passübergang ins Val Ferret führte. 
Im Übermut schlug Rita Huwiler spontan 
vor, noch einen weiteren Pass anzuhängen. 
Sie selbst stieg mit einem leicht lädierten 
Begleiter ins Tal, während wir anderen den 
nächsten Aufstieg unter die Füsse nahmen. 
Auf der Hochebene war vom Wanderweg 
auf der Karte nichts mehr auszu machen. 
Die Nacht brach herein und wir  tasteten 
uns mit Taschenlampen vorwärts. Vom Tal 
herauf leuchtete hell die Rampe zum Ost- 
portal des Mont-Blanc-Tunnels, Schein- 
werfer und Motorenlärm der Lastwagen. 
Der Abstieg nach Courmayeur schien end- 
los. Kurz nach zehn Uhr erreich ten wir das 
Etappenziel, verschlangeneine Pizza und 
sanken hundemüde aufs Bett. 
Trotz der Strapazen des zweiten Tages gab 
niemand auf. Und wir wurden reichlich 
belohnt: mit dem fantastischen Blick auf 
die Ostflanke des Mont-Blanc-Massivs, 
die wilden Täler und einsamen Hochebe- 
nen des Nationalparks La Vanoise und 
nicht zuletzt durch die weite Seenland- 
schaft des alten Römerpasses «Mons Ce- 
nisius». Und so blieben wir gelassen, als 
sich am letztenTag in der Valle di Susa die 
Himmelsschleusen noch einmal öffneten. 
Das  Wanderprogramm der Alpen-Initiati- 
ve war aus der Taufe gehoben. 
Die Wanderung findet ihre Wiederholung 
vom 11. bis 18. September 2010. 
Mehr  dazu unter: www.alpeninitiative.ch 
(Wanderungen) 
Foto: 
Alpen-Initiative 
Landschaft bei Courmayeur. 
7 
IN KÜRZE 
Seit 20 Jahren unterwegs 
Von den Mühen und Freuden der ersten 
Wanderung der Alpen-Initiative 
1990 organisierte die Alpen-Initiative zum ersten Mal eine Wander - 
woche. Sie führte vom Grossen St. Bernhard zum Mont Cenis. Andreas 
Weissen war damals mit von der Partie. Er wird die Tour auch leiten, 
wenn sie im Herbst 2010 erneut auf dem Programm steht. Im Folgen- 
den erinnert er sich an das erste Wanderabenteuer. 
Bahnlärm spielt bei der Planung von Neubaustrecken eine wichtige Rolle. 
Foto: 
Alpen-Initiative 
IMPRESSUM 
echo 
Das Magazin des Vereins «Zum Schutz des 
Alpengebietes vor dem Transitverkehr» 
Politik, Medien, Sekretariat 
Alpen-Initiative, Postfach 28, 6460 Altdorf 1 
Tel. 041 870 97 81, Fax 041 870 97 88 
www.alpeninitiative.ch, info@alpeninitiative.ch 
Adressverwaltung, Wandern, Shop 
Alpen-Initiative, Postfach 29, 3900 Brig 
Tel. 027 924 22 26, Fax: 027 924 43 05 
adresse@alpeninitiative.ch, wandern@alpeninitiative.ch 
shop@alpeninitiative.ch 
Postkonto: 19-6246-9 / IBAN: CH4109000000190062469 
Bankkonto Raiffeisen / IBAN: CH49 8053 2000 0017 8375 7 
Redaktion: Thomas Bolli (tob) 
Mitarbeit: Alf Arnold (aa), Fabio Pedrina, Elena Strozzi (es), 
Andreas Weissen (aw) 
Fotos: Alpen-Initiative, Emanuel Ammon, Fredy Joss 
Cartoons: Diego Balli 
Foto Einzahlungsschein: Adonisröschen, Fredy Joss 
Layout: Scriptum, www.scriptum.ch, Flüelen 
Druck: Gamma Druck, Altdorf, gedruckt auf 100% Altpapier
	        

Institution

 
Kantonsbibliothek Uri

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