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Stadtgrün Buch

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Deskriptive Daten

fullscreen: Stadtgrün Buch

Monografie

Titel:
Stadtgrün Buch
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Dokumenttyp:
Monografie
Erscheinungsdatum:
2023
Datierung:
2023
Verlag:
Stadt Luzern, Stadtgrün
Erscheinungsort:
Luzern
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1262jg
Anmerkung:
Open Access
In Copyright 1.0
Umfang:
1 Online-Ressource (183 Seiten)

Volltext

181 
Gegen die Eindringlinge 
In den naturnahen Wäldern rund um Luzern fnden 
viele verschiedene Pfanzen und Tiere einen Lebens- 
raum. Dazu zählen auch seltene Arten wie das Auer- 
huhn, die Lungenfechte, die Gelbbauchunke oder der 
Totholz bewohnende Dornhalskäfer. Es gibt dort je- 
doch auch ungewollte Eindringlinge. Dies sind vor al- 
lem gebietsfremde Pfanzen aus aller Welt, sogenannte 
Neophyten, die sich vielerorts in den Wäldern breitma- 
chen. «Dadurch wird das Ökosystem Wald negativ be- 
einfusst», sagt Betriebsförster Matthias Kaufmann. Er 
und sein Team müssen die Eindringlinge in mühsamer 
Handarbeit aus den Wäldern entfernen. «Es ist eine 
Sisyphusarbeit. Sind sie einmal ausgewildert, ist es 
für uns schwierig und teuer, die Fremdlinge wieder zu 
stoppen, mancherorts sogar unmöglich.» Ein einziger 
Kirschlorbeer in Waldnähe reicht, um den angrenzen- 
den Wald zu bedrohen. «Die Vögel fressen die Beeren, 
die Samen landen via Kot im Wald und los gehts mit 
dem Gewucher», so Kaufmann. Unkontrolliert wach- 
sen die Neophyten dann zu neuen, dichten Beständen 
heran und nehmen anderen Pfanzen, besonders jun- 
gen Bäumchen, den Platz und das Licht weg. «Es ist 
eine wichtige Aufgabe des Stadtforstamtes, den Neo- 
phytenbestand unter Kontrolle zu halten.» Diese Arbei- 
ten erfolgen in Zusammenarbeit mit dem städtischen 
Umweltschutz. Auch die Mitarbeitenden von Stadtgrün 
Luzern unterstützen das Stadtforstamt in Randberei- 
chen bei der Bekämpfung und tragen zur Sensibilisie- 
rung der Bevölkerung bei. 
Nachwachsender Rohstof aus der Region 
Was oft vergessen geht: Der heimische Wald ist auch 
ein wichtiger nachwachsender Rohstofieferant. «Mit 
der Waldbewirtschaftung können wir den vor unserer 
Haustüre nachwachsenden Rohstof Holz schonend 
und nachhaltig nutzen.» Mit dem eigenen Forstpersonal 
und Forstmaschinen sowie der Unterstützung von spe- 
zialisierten Forstunternehmern werden jährlich rund 
10 000 Kubikmeter Holz genutzt. Dies entspricht der 
nachhaltigen Nutzungsmenge. Die vom Stadtforstamt 
bewirtschafteten Wälder sind alle nach den Richtlinien 
von FSC zertifziert. Die Nutzung und die Pfege gehen 
dabei Hand in Hand. «Um die unterschiedlichen Wald- 
funktionen zu erhalten und die verschiedenen Ansprü- 
che der Bevölkerung zu erfüllen, sind forstliche Ein- 
grife nötig.» Das Team des Stadtforstamts verfügt über 
vielfältige Ausbildungen sowie einen breiten und prak- 
tischen Erfahrungsschatz rund um die Waldbewirt- 
schaftung. «Dieses Know-how stellen wir gerne zur 
Verfügung», sagt Raphael Müller. «Damit auch nach- 
folgende Generationen einen gesunden und stabilen 
Wald vorfnden.» 
Gegen die Eindringlinge 
Kirschlorbeer, Sommerfieder oder Götterbaum: 
Was in den Gärten gedeiht, ist für die heimischen 
Wälder oft eine ernstzunehmende Gefahr.   
Einige dieser weit hergeholten Zierpfanzen breiten 
sich leicht über den Gartenzaun hinaus aus und 
verdrängen wertvolle heimische Arten. Einge- 
schleppte Arten und Krankheiten gehören zu   
den grössten Bedrohungen für den Wald. Darum 
gehören Gartenabfälle niemals in den Wald.   
Und Beerensträucher wie der Kirschlorbeer soll- 
ten möglichst so geschnitten werden, dass die 
Vögel keine reifen Beeren in den Wald verschlep- 
pen können. 
«Über zwanzig Prozent unserer Waldfäche 
sind vertraglich für den Naturschutz   
gesichert. So können auch nachfolgende   
Generationen vom Artenreichtum und   
von der Vielfalt des Waldes proftieren.» 
Raphael Müller, Stadtoberförster
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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