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Mitteilungsblatt (Nr. 20 Sept. 2004)

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Deskriptive Daten

fullscreen: Mitteilungsblatt (Nr. 20 Sept. 2004)

Zeitschrift

Titel:
Mitteilungsblatt
Urheber*innnen:
Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
[Luzern]

Zeitschriftenband

Titel:
Mitteilungsblatt
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2004
Datierung:
2004
Bandzählung:
Nr. 20 Sept. 2004
Kanton:
Luzern
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1b185t
Lizenz:
In Copyright 1.0

Artikel

Titel:
Medizinisches und sonst wie Interessantes aus Luzerner Sterbebüchern (Fortsetzung von MB 19)
Urheber*in:
Schürmann-Roth, Josef
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel
Geographikum:
Luzern Kanton

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung: Mitteilungsblatt
  • Mitteilungsblatt (Nr. 20 Sept. 2004)
  • Medizinisches und sonst wie Interessantes aus Luzerner Sterbebüchern (Fortsetzung von MB 19)

Volltext

  
12 
Frauenkrankheiten und Geburtshilfe 
 Spärlich sind Hinweise auf Frauenkrankheiten als Todesursache. Zum 
einen „sprach man nicht von solchen Dingen“, zum andern mögen die 
Geistlichen lieber davon abgesehen haben, darüber etwas zuhanden 
der Nachwelt festzuhalten. Aus Römerswil wird 1807 von einem 
15jährigen Mädchen behauptet, es sei „bei der ersten Monatsblutung 
erstickt“, 1819 aus Sempach bei einer 19jährigen, sie sei gestorben 
„weil die Blutung ausblieb“. Ähnliches wird noch mehrfach erwähnt.   
Ausgeweitet wird die Vermutung einer Todesursache 1788 in Neudorf 
bei einer 38jährigen Frau. „Sie starb an einer Blutung; Angst wegen 
einer Feuersbrunst in der Nachbarschaft hat den Ablauf noch be- 
schleunigt“. Wenn wir 1801 in Neuenkirch lesen, eine Frau habe „den 
ganzen Winter hindurch an Blutungen gelitten“, drängt sich Verdacht 
auf ein Myom auf. – 1792 ist in Neudorf eine Frau zwei Wochen nach 
einer Fehlgeburt gestorben, in Sursee sind 1799 gleich zwei Fälle von 
Fehlgeburten aus Angst vor einer Feuersbrunst als Todesursache ge- 
nannt. – Von Abtreibung ist nur einmal die Rede, 1817 in Altishofen bei 
einer Siebzehnjährigen. 
 Die ganze Grausamkeit alter Geburtshilfe, auf dem Land im Notfall von 
„Chirurgen“ geleistet, geht aus Schilderungen wie diesen hervor: 
„Hochschwangere Bettlerin, deren Kind unser Chirurg M.L. für tot aus 
dem Leibe geschnitten hatte. Für dieses Kind wurden Almosen ge- 
sammelt, und es wurde mit zwei Geschwistern nach Schattdorf ge- 
bracht, wo es dank dem Dazwischentreten  der Muttergottes noch meh- 
rere Lebenszeichen von sich gab, so dass es noch getauft und dann 
bestattet wurde“ (Oberkirch 1751). Von einem zu beerdigenden Kind 
heisst es: „Im Mutterleib getauft und nach dem Tod vom Chirurgen zer- 
stückelt“ (Pfeffikon 1762). „Nach äusserst schwerer Geburt unter den 
Händen zweier Chirurgen und der Hebamme gestorben“ ist eine 
36jährige Frau 1823 in Römerswil.   
Oberstes Ziel der Geburtshilfe war es damals, den Vorgang soweit zu 
lenken, dass das Kind wenn immer möglich noch getauft werden konn- 
te. 1636 ist in Escholzmatt aus einem Visitationsbericht ins Taufbuch 
abgeschrieben worden: „Die Pfarrer sollen die Hebammen auf ihre 
Tüchtigkeit prüfen und sie mit einem besonderen Eid zur getreuen Er-
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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