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Mitteilungsblatt (39)

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Nutzungslizenz

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Deskriptive Daten

fullscreen: Mitteilungsblatt (39)

Zeitschrift

Titel:
Mitteilungsblatt
Urheber*innnen:
Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
[Luzern]

Zeitschriftenband

Titel:
Mitteilungsblatt
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2014
Datierung:
2014
Bandzählung:
39
Kanton:
Luzern
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1w181z
Lizenz:
In Copyright 1.0

Artikel

Titel:
Wenn der Pfarrer seine Pfarrkinder nicht kennt
Untertitel:
Beobachtungen beim Übertragen der Schüpfheimer Pfarreibücher
Urheber*in:
Schmid, Friedrich
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Zentralschweizer Zeitschriften
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel
Geographikum:
Schüpfheim
Schlagwort:
Kirchenbuch

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung: Mitteilungsblatt
  • Mitteilungsblatt (39)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Wenn der Pfarrer seine Pfarrkinder nicht kennt
  • Uneheliche Geburt in Belfaux im Kanton Freiburg
  • Lange Ahnenreihen - sind sie auch korrekt?

Volltext

  
5 
sonders wenn es zuerst immer die Anna und anschliessend immer die Maria 
ist, lässt sich erwägen,  ob der Mann die Schwester seiner verstorbenen Gat- 
tin geheiratet hat. Trotz kirchenrechtlichem Verbot kommt das öfter vor, und 
im Eheregister dieser Zeit ist weder eine Dispens wegen Schwägerschaft 
noch eine Ehe als Zweitehe verzeichnet. 
  
Apollonia ist ein schöner, um 1600 recht zahlreicher   Vorname, der 
durch Patenschaft weitergegeben wird, aber kaum mehr vorkommt, 
sobald diese Art der Namenvergabe in den Hintergrund rückt. Anders ist es 
mit Josef. Bis etwa 1660 kommt er sehr selten vor, dann aber tritt er innerhalb 
von 20 Jahren fast gleichwertig neben Hans. Es entsteht der Eindruck, alle 
Familien müssten nun ganz plötzlich auch noch einen Josef haben. Wohl 
nicht zufällig ist um 1680 in Schüpfheim die Josefskapelle entstanden. Zur 
Erklärung für die Beobachtung:  Seit 1479 ist der 19. März Josefstag.  1620 
wird das Bild des habsburgischen Hausheiligen in der siegreichen Schlacht 
am Weissen Berg vorangetragen. 1670 wird der Rang des Festes erhöht 
(www.heiligenlexikon.de). 
  
 Drei und mehr Vornamen:  Bis etwa 1660 sind mehrere Vornamen sehr 
selten. Es gibt gelegentlich den Namen Johann Georg, der dann als 
Hansjörg  früh zum Doppelnamen wird. Erst in der zweiten Jahrhunderthälf- 
te tritt zuerst zaghaft, dann häufiger Anna Maria auf, auch hier oft noch 
Doppelname wie Marianne und später Marlies. 1678 trägt erstmals ein Mäd- 
chen drei Vornamen: Anna Maria Katharina Schmid, 1679 erstmals vier: An- 
na Maria Barbara Katharina Zemp.  Bei Männern geht es etwas länger, bis 
die Anhäufung von Vornamen um sich greift und dann bis 1800 zu einer 
eigentlichen pfarrherrlichen Manie auswächst. Offenbar bedeutete jeder zu- 
sätzliche Name besonderen Schutz und bot die Möglichkeit, die Paten, die 
Eltern und Grosseltern, aber auch Orts- und Modeheilige jedem Kind zu 
verpassen, mindestens theoretisch. Denn ich bezweifle, dass Eltern und Kin- 
der wirklich wussten, welche Vornamen - neben dem eigentlichen Rufnamen 
- ihnen der Pfarrer in der Taufe oder auch erst im Taufbuch gegeben hatte. 
Wenn man sich die oben angeführte Fehlerhaftigkeit der Registereinträge vor 
Augen führt, liegt es nahe, fromme Namenlotterie im Spiel zu sehen.   
 Die Schreibung der Namen ist etwas, was auch auffallen kann, wenn 
man nur seine eigene Familie erforscht. Kürzlich habe ich wieder ge- 
staunt: In einem durchaus seriösen deutschsprachigen  Stammbaum  hatten 
die Männer Vornamen wie Jacobo, Joanne, Heinrici oder Stephang. Nicht 
jeder kann Latein, auch nicht jeder Studierte. Eigentlich muss man nur wis- 
4. 
5. 
6.
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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