ZentralGut Logo
  • Erstes Bild
  • Vorheriges Bild
  • Nächstes Bild
  • Letztes Bild
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Gasseziitig Lozärn (Winter 2019 / Nr. 71)

InC.Solo.dark

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

RightsStatements: Urheberrechtsschutz. You can find more information here.

Deskriptive Daten

fullscreen: Gasseziitig Lozärn (Winter 2019 / Nr. 71)

Zeitschrift

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Luzerner Stadt- und Quartierzeitungen
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Luzern
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Signatur:
Z.d 116
F1.pa 144
H 132

Zeitschriftenband

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2019
Bandzählung:
Winter 2019 / Nr. 71
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1s385
Lizenz:
In Copyright 1.0

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gasseziitig Lozärn
  • Gasseziitig Lozärn (Winter 2019 / Nr. 71)

Volltext

GasseZiitig Lozärn    Nr. 71    Winter 2019 
10 
Zunehmend beschäftigt sich das Drop-in auch mit dem Ansatz des 
Palliative Care und begleitet suchtbetroffene Menschen im Sterbe- 
prozess bis hin zum Tod. Oftmals ist es der innige Wunsch der Pa- 
tientinnen und Patienten, in ihrer gewohnten Umgebung und mit 
ihrer bisherigen, für sie geeigneten Substitutionsbehandlung sterben 
zu können. Das wiederum wird unter anderem durch die Unterstüt- 
zung des Spitex-«Brückendienstes» in einzelnen Fällen ermöglicht. 
Erika Lötscher, Stellenleiterin Drop-in, lups 
Carla Denoth, Stv. Stellenleiterin Drop-in, lups 
Ellen Richards, Sozialarbeiterin Drop-in, lups 
Das sagen unsere Patientinnen und Patienten 
Frau G. befindet sich seit rund vier Jahren bei uns in der substitu- 
tionsgestützten Behandlung. 
Welches sind für Sie wichtige Gründe, das Drop-in einer 
suchtbetroffenen Person weiterzuempfehlen? 
«Man spürt keinen Druck mehr, sich aus Angst vor dem Entzug 
schnell etwas besorgen zu müssen. Es gibt kein Herumrennen 
mehr, und man ist nicht mehr angewiesen auf den Gassenstoff, 
der eh immer schlechter wird. Man hat durch das Drop-in eine 
Stütze im Rücken.» 
Herr D. ist seit Oktober 1995 in der heroingestützten Behandlung. 
Wenn Sie sich zurückerinnern: inwiefern gab Ihnen das 
Behandlungsangebot des Drop-in Entlastung in Ihrer dama- 
ligen Situation? 
«Mein ganzes Leben hat sich schlagartig verändert. Ich lebte da- 
mals auf der Gasse und gab mein ganzes Geld für Drogen aus. 
Meine damalige Bezugsperson im Drop-in half mir, eine Woh- 
nung zu suchen und meldete mich für eine IV-Rente an. Ich 
konnte mir dann plötzlich Dinge kaufen wie Möbel, Essen etc. 
und hatte einen geregelten Alltag.» 
Wenn es das Angebot des Drop-in nicht gäbe, was würde 
aus Ihrer Sicht passieren? 
«Ich wäre sicherlich längst tot. Vor dem Start im Drop-in wog 
ich gerade noch 48 Kilogramm und lebte sehr ungesund. Ganz 
viele von uns wären bereits verstorben.» 
Herr B. war einer der ersten Patienten, welcher im Jahr 1995 in 
die heroingestützte Behandlung aufgenommen wurde. 
Was ermöglicht Ihnen heute die Behandlung im Drop-in? 
Wo stehen Sie heute, und wie geht es Ihnen? 
«Ich habe dank des Drop-in ein gutes Leben und fühle mich 
gesund. Ich habe weniger Geldprobleme und habe in allen Be- 
reichen Stabilität erlangt.» 
Wie erleben Ihre Angehörigen Ihre heutige Situation im 
Vergleich zu damals? 
«Meine Mutter ist sehr froh, dass ich noch lebe und es mir 
gut geht. Sie denkt positiv über die Behandlung im Drop-in 
und ist dankbar, dass ich Stabilität erlangen konnte und nicht 
mehr von der Gasse abhängig bin.» 
Seit rund anderthalb Jahren befindet sich Frau U. bei uns in 
der substitutionsgestützten Behandlung. 
Was hat Sie an unserem Angebot positiv überrascht? 
«Ich war überrascht, dass die Gespräche mit der Bezugsper- 
son so hilfreich sind. Die Gespräche und die täglichen Bezü- 
ge halfen mir, mich besser zu strukturieren, und ich getraute 
mich besser, aus dem Haus zu gehen. Absprachen können 
unkompliziert gemacht werden. Auch bin ich froh, dass ich 
schon so schnell die Wochenmitgaben bekam.» 
Was würden Sie sich anders wünschen? 
«Da fällt mir spontan gar nichts ein.» 
ZUR SACHE 
Das Drop-in stellt sich vor 
Die Fachstelle der Luzerner Psychiatrie (lups) zur Behandlung suchtbetroffener Menschen 
Das Drop-in ist ein sozialpsychiatrisches Ambulatori- 
um für betäubungsmittelgestützte Behandlungen von 
suchtkranken Menschen aus den Kantonen Luzern, Ob- 
walden und Nidwalden. Der Standort befindet sich an 
der Bruchstrasse 29a in der Stadt Luzern. Das Drop-in 
ist Teil der Ambulanten Dienste der Luzerner Psychiat- 
rie (lups) und bietet rund 180 Behandlungsplätze an. Das 
Behandlungsteam besteht aus Fachpersonen (Ärzten, 
Pflegefachpersonen, Sozialarbeitenden, einer Psycholo- 
gin, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen). 
Das Drop-in besteht seit 1992 und wurde als Kontakt- 
und Anlaufstelle mit integrierter Methadonabgabe für 
schwerst drogenabhängige Menschen eröffnet; seit 1995 
werden zusätzlich zu Methadon, ärztlich verordnete Substi- 
tutionsbehandlungen mit Heroin durchgeführt. 
Dem Drop-in ist es wichtig, suchtbetroffene Menschen 
in ihrer individuellen Lebenssituation zu unterstützen. Der 
oft langjährige Heroinkonsum und der damit verbundene 
gefährliche und gesundheitsschädigende Lebensstil haben 
Spuren hinterlassen und forderten bereits ihren Tribut, 
bevor Betroffene sich im Drop-in melden. Die Hürde, den 
Schritt in eine Behandlung zu schaffen, ist oft hoch und ge- 
lingt oftmals nur durch die gezielte Unterstützung anderer 
involvierter Institutionen, wie beispielsweise des Vereins 
Kirchliche Gassenarbeit, des Vereins Jobdach, Behörden, 
weiterer Stellen im suchtspezifischen und professionellen 
Bereich sowie durch Unterstützung von Angehörigen. 
Häufig ist die körperliche und psychische Gesundheit 
der suchtbetroffenen Menschen angeschlagen: Nicht nur we- 
gen der Drogen allein, sondern auch weil sich die Menschen 
beim Konsum Gefahren wie Krankheitserregern aussetzen 
und weil die Drogenbeschaffung viel psychischen und körper- 
lichen Stress bedeutet, beispielsweise durch Drogenkrimina- 
lität und Drogenprostitution. Diese Lebensumstände führen 
oft dazu, dass die Ausbildungs-/Arbeitsstelle und/oder auch 
die Wohnung gekündigt wurden und zwischenmenschliche 
Beziehungen in Brüche gingen. Die suchtbetroffenen Men- 
schen kommen ins Drop-in mit dem Wunsch und der Hoff- 
nung, an ihrer aktuellen Lebenssituation etwas zu verändern 
und um ihre Lebensqualität zu verbessern. 
Eine Substitutionsbehandlung im Drop-in bedeutet weit 
mehr als die kontrollierte Einnahme der verordneten Medi- 
kation, sondern zusätzlich eine sozialpsychiatrische Behand- 
lung, die auf jede Einzelne und jeden Einzelnen abgestimmt 
ist, weitere medizinische Hilfestellungen sowie Beratung zum 
Thema Alltagsbewältigung (Wohnen, Arbeit, Finanzen) oder 
zu weiterführenden Hilfsangeboten. 
Unser Fokus richtet sich auf die Stärken und Fähigkeiten 
der suchtbetroffenen Menschen und dem (Wieder-)Erlangen 
von Selbstwert, Selbstvertrauen und sozialen Kompetenzen. 
Ein besonderes Augenmerk schenken wir der Übernahme von 
Eigenverantwortung. Es ist nicht selten, dass Betroffene in ei- 
ner Behandlung wieder einer Arbeit nachgehen und somit eine 
sinnvolle Tagesstruktur gewinnen oder gar einen eigenen Ver- 
dienst erlangen. 
Die Suchtbetroffenen erhalten so wieder Stabilität in zen- 
tralen Lebensbereichen. Dazu trägt ihre Eigenmotivation ganz 
zentral bei, ebenso wie unser Ansatz der multiprofessionellen 
Behandlung, unsere enge Zusammenarbeit mit dem Verein 
Kirchliche Gassenarbeit und dem Verein Jobdach, den Beistän- 
den, Sozialämtern und anderen involvierten Stellen. 
Beinahe alle der aktuell in Behandlung stehenden Patien- 
teninnen und Patienten des Drop-in haben eine eigene Woh- 
nung oder leben in einer begleiteten Wohnform. Circa ein 
Drittel der Patientinnen und Patienten arbeitet im geschütz- 
ten Arbeitsmarkt, etwa ein Sechstel arbeitet gar in der freien 
Marktwirtschaft. Einige von ihnen pflegen (wieder) Kontakt zu 
ihrer Herkunftsfamilie und/oder zu ihren eigenen Kindern so- 
wie zu Freunden und Bekannten. Einzelnen Patientinnen und 
Patienten ist es im Verlauf der vergangenen Jahre gelungen, gar 
ein abstinentes bzw. drogenfreies Leben zu führen. 
Trotzdem bleiben Patientinnen und Patienten manchmal 
über mehrere Jahre hinweg im Drop-in in Behandlung. Häufig 
wünschen sie sich ein drogenfreies, «normales» Leben, Entzugs- 
und Therapieversuche scheiterten aber. Wichtige Behandlungs- 
ziele sind daher die Schadensminderung, die Verbesserung der 
körperlichen und psychischen Gesundheit und der Lebensqualität 
sowie der risikoarme Umgang mit Drogen. Die gesellschaftliche 
Integration und die selbstbestimmte Lebensgestaltung werden im 
Rahmen des Beratungsangebotes gefördert und unterstützt. 
Kurzerklärungen 
Was ist das Drop-in? 
Anlaufstelle für medikamentöse Behandlungen für 
suchtkranke Menschen (Substitution, Psychophar- 
makotherapie bei Bedarf) sowie Hilfe zur Selbsthil- 
fe; Behandlungsmöglichkeiten für suchtbetroffene 
Menschen und Beratung und Information für Ange- 
hörige. 
Was bedeutet «substitutions- 
gestützte» Behandlung? 
Behandlungsform für Menschen, welche versu- 
chen, von einer Heroinabhängigkeit loszukommen. 
Während einer bestimmten Zeit wird ein anderes 
Mittel, am bekanntesten ist das Medikament Met- 
hadon, eingenommen. Auch reines, legal erzeugtes 
Heroin kann je nach Situation verordnet werden. 
Warum gibt es «substitutions- 
gestützte» Behandlungen? 
Dieses Angebot ermöglicht Patientinnen und Pa- 
tienten, auf die Fortsetzung des risikoreichen 
Suchtmittelkonsums zu verzichten, sich von der 
Drogenszene und der illegalen Suchtmittelbeschaf- 
fung zu distanzieren und dadurch die Drogenkrimi- 
nalität oder die -prostitution zu reduzieren oder 
ganz davon loszukommen. 
Was ist ein «Sozialpsychiatrisches 
Ambulatorium»? 
Ein Angebot der Luzerner Psychiatrie, welches sich 
um Personen kümmert, die sich in einer Krise be- 
finden und Unterstützung im sozialen, psychischen 
und physischen Bereich benötigen. 
Wie läuft die Abgabe im Drop-in ab? 
Nach einem Aufnahmeverfahren erfolgt die Medika- 
mentenabgabe durch Fachpersonen an 365 Tagen 
im Jahr, zu drei möglichen Einlasszeiten (morgens, 
mittags, abends) und unter kontrollierten hygie- 
nischen Bedingungen. 
Weitere Infos 
Suchtbetroffene, deren Angehörige sowie Hausärz- 
tinnen und -ärzte und Fachstellen können sich je- 
derzeit im Drop-in telefonisch unter 058 856 43 00 
oder dropin@lups.ch melden. Weitere Informati- 
onen erhalten Sie unter www.lups.ch
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

Downloads

Downloads

Ganzer Datensatz

ALTO TEI Volltext PDF (komprimiert) PDF (Originalgröße)
TOC
Mirador

Diese Seite

PDF Bild Vorschau Bild Klein Bild Mittel Bild Master ALTO TEI Volltext Mirador

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Formate und Verlinkungen

Formate und Verlinkungen

Die Metadaten stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung. Außerdem gibt es Links zu externen Systemen.

Formate

METS METS (Gesamtwerk) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Zitieren

Zitieren

Folgende Zitierlinks stehen für das gesamte Werk oder die angezeigte Seite zur Verfügung:

Ganzer Datensatz

RIS

Diese Seite

Zitierempfehlung

Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Welches Wort passt nicht in die Reihe: Auto grün Bus Bahn:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.