Objekt: Mandora/Laute (im Bild vorne)
Deskriptive Daten
Museales Objekt
- Titel:
- Mandora/Laute (im Bild vorne)
- Signatur:
- RWM 1
- Entstehungsjahr:
- 1702
- Erscheinungsort:
- Hamburg
- Beschreibung:
- Die Mandora weist deutliche Spuren einer früheren Barockisierung auf. Der Umbau zur Mandora läßt sich vermutlich auf Johann Paul Alletsee (geb. 1684 in Waltenhofen bei Füssen, gest. 1733 in München) zuschreiben. Gemäss einem Zettel im Instrument wurde es 1716 repariert was in die Zeit der verstärkt aufkommenden Nachfrage nach Mandoren fällt. München zählte zu den wichtigsten Verbreitungsgebieten der Mandora, wo Alletsee ab 1710 als kurfürstlicher Hoflauten- und -geigenmacher wirkte. Das Instrument wurde 2017/2018 durch Sebastian Kirsch, Nürnberg, restauriert was eine genauere Identifikation des Instruments ermöglichte: „Die Zuschreibung an die Werkstatt Joachim Tielkes erfolgt anhand des Umrisses, des Ornaments und der Größe der Rosette, der Zahl und der Materialien der Späne des Rückens sowie der Form der Kappe (Hellwig 2020).
- Material:
- Zweiteilige Decke aus Fichtenholz, Randeinfassung Ebenholz. Rücken Palisander- und Laubholz, aus 9 ungekehlten Spänen getrennt durch dünne Beinadern. Hals und Griffbrett Ebenholz, eingefasst von zwei feinen Beinadern. Wirbelkasten Laub- und Ebenholz, Knochen. Nach hinten abgeknickter, offener Wirbelkasten (Kragen) mit aufgesetztem Chanterelle Reiter und 11 Stimmwirbeln. Obersattel aus Knochen. Rückseite des Wirbelkastens mit durchbrochener Rankenornamentik belegt (Laubholzfurnier), Längsseiten mit zwei Zierbändern.
- Abmessungen:
- L. 863 mm (gesamt), B. 291 mm (max.), Mensur 733 mm
- Stimmung/Tonumfang:
- Ff-Gg-cc’-ff-aa-d’ 1 (11 Saiten, 6 Chöre: 5 x 2 + 1 x 1)
- Genre/Form:
- Musikinstrument
- Permanente ID:
- ark:/63274/hdi1522cg
- Dokumentierende Veröffentlichung:
- Steger, A. (2013). Instrumente von A bis Z - 26 Instrumente und ihre Geschichte(n). In: Innerschweizer Schatztruhe - Die Musikinstrumentensammlung Willisau. (Band 15, S. 37-89). Luzern: Dr. J. Schumacher. Roosen, M. (2001). Die europäischen Streich- und Zupfinstrumente im Richard-Wagner-Museum, Luzern-Tribschen. (Magisterarbeit im Fach Musikwissenschaft). Universität Augsburg. Hellwig, F. u. B (2020). Joachim Tielke, Neue Funde zu Werk und Wirkung, Berlin und München: Deutscher Kunstverlag.
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