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Gasseziitig Lozärn (April 2009, No 39)

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Deskriptive Daten

fullscreen: Gasseziitig Lozärn (April 2009, No 39)

Zeitschrift

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Luzerner Stadt- und Quartierzeitungen
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Luzern
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Signatur:
Z.d 116
F1.pa 144
H 132

Zeitschriftenband

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2009
Bandzählung:
April 2009, No 39
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1zt4z
Lizenz:
In Copyright 1.0

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gasseziitig Lozärn
  • Gasseziitig Lozärn (April 2009, No 39)

Volltext

E dr ® S $ Hd FE EA s Ba 8 
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N° 39 Mai 2009, Verkauf in Stadt und Agglomeration 
2. Auflage: 4 000 Fr 2 u 
www.gassenarbeit.ch E a 
ARedaktionsteam: Andi C, Andy H, Christian, Guido, Lidia, Nostradamus. 
Sarah, Susi, Manuel Brillant, Philippe Frey, Rosmarie Kayser, Yolanda Mathys, 
Isabel Schönenberger, Lukas Weber, Fridolin Wyss, Produktion und Layout: Loris Succo 
Liebe Leserin, lieber Leser 
Die Menschen auf der Gasse sind 
oftmals nicht in der Lage, einfache 
bürokratische Hürden zu überwin- 
den. Manchmal haben sie deshalb 
keine Krankenkasse oder sie haben 
einen Leistungsstopp bei ihrer 
Krankenkasse wegen Zahlungs 
schwierigkeiten. Diese Situation is! 
äusserst bedenklich. Die medizini- 
sche Behandlung ist nämlich oft- 
mals nötig, um die in der Verfas- 
sung garantierte Menschenwürde 
zu bewahren. Es ist deshalb nötig, 
über die Aufhebung des Leistungs- 
stopps in Härtefällen und die Über- 
nahme der Kosten durch den Staat 
zu diskutieren, 
Problematisch ist ferner, dass in 
Luzern der Wegweisungsartikel an- 
genommen wurde. Die Hanfinitiati- 
ve wurde hingegen abgelehnt. 
Recht und Ordnung werden als 
wichtiger angesehen als Solidarität 
und Toleranz. Die Kriminalisierung, 
die dabei entsteht, trifft randständi- 
ge Menschen besonders hart und 
weckt Unverständnis. Interessen- 
vereinigungen, randständige Men- 
schen sowie engagierte Bürgerin- 
nen und Bürger leisten jedoch Wi- 
derstand und nehmen diese unge- 
rechte und unfaire Behandlung 
nicht einfach hin. 
Wir danken für Ihr Interesse sowie 
Ihre Solidarität und wünschen eine 
spannende Lektüre. 
„Je, 
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m 
"> 
ur 
zu 7 
a 
Ihre GaZ Redaktion 
Inhaltsverzeichnis 
AL Im Paradiesgässli trifft 
sich seit kurzem eine Gruppe Er- 
wachsener einmal pro Monat, um 
die Freizeit gemeinsam zu gestalten. 
ae 24 Daniel hat keine Woh- 
nung und ist treuer «Chuchi»-Benutzer. 
Im Interview sagt er, wie aufsuchende 
Sozialarbeit aussehen müsste. 
SW Luzern hat dem Weg- 
weisungsartikel zugestimmt. Jetzt gilt 
es, dessen Umsetzung genau und kri- 
tisch zu beobachten. 
KIA... Eine bestürzende Ge- 
schichte von «Anne Frank», wie sie 
sich heute und in dreissig Jahren 
abspielen könnte. 
ET 3 Cannabiskonsumen- 
(en werden weiterhin kriminalisiert - 
und Alkohol gilt nicht einmal als 
Betäubungsmittel. 
8 Felix war zwanzig Jah- 
re lang drogenabhängig. Im dritten 
Teil der Serie erzählt er vom Heroin 
programm und vom Ende der Sucht. 
Aufsuchende Sozialar- 
beit ist dringend not- 
wendig und es braucht 
mehr günstigen Wohn- 
raum. Dies sind zwei 
Schlussfolgerungen aus 
einer Studie über die 
Lebenslage von Dro- 
genabhängigen in der 
Stadt Luzern. 
Wer in Luzern schwer drogenab- 
ıängig ist, hat ein kein einfaches 
„eben. Für einen Forschungsbe- 
icht haben Yolanda Mathys und 
Verena Aerne von der Hochschule 
für Soziale Arbeit Luzern 96 Perso- 
nen befragt, die sich letztes Jahr 
häufig im Salesiapark aufgehalten 
haben — 17 Frauen und 79 Männer, 
die alle illegale Drogen konsumie- 
ren. Die Schwierigkeiten dieser Be- 
völkerungsgruppe zeigen sich 
schon augenfällig beim Wohnen: 22 
?rozent der Befragten übernachten 
n der Notschlafstelle, bei Bekann- 
‚en oder im Freien. Und 26 Prozent 
ıaben erst seit weniger als einerr. 
Jahr eine feste Wohnung oder ein 
Zimmer; das heisst, die Wohnsitua- 
:jon ist für knapp die Hälfte ziemlich 
unsicher. 
Ihren Lebensunterhalt können 
nur knapp 20 Prozent mit dem Lohn 
‚on einer Arbeitsstelle bestreiten. 
57 Prozent der Befragten leben von 
ler wirtschaftlichen Sozialhilfe, von 
ner IV-Rente oder von Arbeitslo- 
sengeld. Der Rest lebt vor allem von 
legalen Einkünften (13,5 Prozent) 
der sie werden von Verwandten, 
”reundinnen oder Freunden unter- 
stützt. Fehlende Ausbildung macht 
:s für viele besonders schwierig, 
ine Arbeit zu finden. So haben ein 
‘iertel der Männer und die Hälfte 
ler Frauen nach der obligatori- 
ichen Schule keine weitere Ausbil- 
lung abgeschlossen (insgesamt 33 
'rozent). 
Fast 40 Prozent der Befragten ha 
»en keine Bezugsperson im Rah 
nen einer Sozialberatung — und für 
3in Fünftel der Befragten zahlt kei: 
1e Krankenkasse allfällige Arzt- 
‚echnungen. Fünf Prozent haben 
jar keine Krankenkasse, bei der 
ındern besteht ein Leistungsstopp. 
weil sie die Prämien nicht bezahlen 
Yit Angeboten mehrheitlich 
zufrieden 
Mit den Angeboten im Bereich 
ier Überlebenshilfe in Luzern ist die 
yrosse Mehrheit der Befragten zu: 
rieden. Fast alle besuchen die 
jasseChuchi und nutzen die Kon- 
‚umräume., 27 Prozent nutzen auch 
1as medizinische Ambulatorium 
nd 13 Prozent die Notschlafstelle 
Inzufrieden sind aber viele mit den 
Iffnungszeiten: Die GasseChuchi 
schliesst um 18 Uhr und die Not- 
ichlafstelle öffnet erst um 21 Uhr. So 
nüssen sich Obdachlose während 
ıehrerer Stunden zwangsläufig im 
”reien aufhalten. Den Spritzenbus 
ıutzen 8 Prozent regelmässig, das 
Angebot des Teams Gassenarbeit 5 
”rozent. 
Bild: Fotolia 
gangenen Jahren einiges erreicht», 
schreiben die Autorinnen des For- 
schungsberichts. Und: «Eine wichti- 
ge Angebotslücke konnte im ver- 
gangenen Jahr mit den Konsum: 
räumen in der GasseChuchi ge- 
schlossen werden.» Doch sie emp 
'ehlen verschiedene Massnahmen, 
ım die Lebenssituation der Drogen- 
abhängigen zu verbessern. Dazu 
zehört in erster Linie die aufsuchen- 
le Sozialarbeit. Um eine Beratungs- 
stelle aufzusuchen, müsste die Leu- 
te die Hoffnung haben, dass sich 
'hre Situation auch verbessern kön- 
ıe, schreiben die Autorinnen. Doch 
Dei vielen herrschten Gefühle von 
Hoffnungs- und Perspektivenlosig- 
zeit vor. Diese Menschen können 
ıur erreicht werden, wenn Berate- 
innen oder Berater auf sie zukom- 
men. 
Als dringend bezeichnen die Au- 
torinnen auch Massnahmen beim 
Versicherungsschutz, denn 20 Pro- 
zent der Befragten können heute 
keine Leistungen von Krankenkas- 
sen beziehen. Zudem müsse unbe- 
dingt günstiger Wohnraum erhalten 
ınd geschaffen werden — auch für 
sozial benachteiligte Menschen. 
Rosmarie Kayser 
Adad.ch 
reine |) )oornmarı mc 
Dorfplatz 2. CH-8383 Daflenwil 
"elefon041 629 7900, Telefax 0416237901 
une nd £h info@dod.ch 
Aufsuchende Sozialarbeit 
notwendig 
«Die Überlebenshilfe/Schadens- 
minderung in Luzern hat in den ver
	        

Institution

 
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