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Gasseziitig Lozärn (Mai/Juni 2013, Nr. 51)

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Deskriptive Daten

fullscreen: Gasseziitig Lozärn (Mai/Juni 2013, Nr. 51)

Zeitschrift

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Luzerner Stadt- und Quartierzeitungen
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Erscheinungsort:
Luzern
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Signatur:
Z.d 116
F1.pa 144
H 132

Zeitschriftenband

Titel:
Gasseziitig Lozärn
Sammlung:
Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsdatum:
2013
2013-05
Bandzählung:
Mai/Juni 2013, Nr. 51
Permanente ID:
ark:/63274/zhb1769s
Lizenz:
In Copyright 1.0

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gasseziitig Lozärn
  • Gasseziitig Lozärn (Mai/Juni 2013, Nr. 51)

Volltext

Vor gut 25 Jahren ging ich zum 
ersten Mal in die GasseChuchi an 
der Zürichstrasse. In dieser Zeit 
hat es mit meiner Drogensucht 
angefangen. Einige Jahre war ich 
voll auf Drogen und obdachlos. 
Meine Sucht finanzierte ich unter 
anderem durch die Sozialhilfe und 
den Lohn von der Arbeit bei der 
«Interessengemeinschaft Arbeit». 
Nach langer Zeit der Drogensucht 
kam erst recht das Drama auf mich 
zu. Ich litt öfters unter grossen Rü- 
ckenschmerzen und brach in mei- 
ner Wohnung zusammen. Mein 
Mitbewohner rief die Ambulanz 
und ich kam ins Kantonsspital. 
Ich war drei Monate lang kaum 
bei Bewusstsein und hatte einen 
septischen Schock. Im Kantons- 
spital wurde ein MRI gemacht. 
Das Ergebnis: Ich hatte einen 
tennisballgrossen Tumor bei der 
Wirbelsäule. Es kam dann, was 
kommen musste: Meine Bei- 
ne waren gelähmt. In Nottwil im 
Paraplegikerzentrum erhielt ich 
den angepassten Rollstuhl. Dann 
wurde dort mein Tumor in einer 
Operation entfernt. Ich frage mich 
schon, wieso der Arzt den Tumor 
trotz den Schmerzen nicht früher 
entdeckte. 
Ich musste danach alles neu erler- 
nen wie zum Beispiel mich anzie- 
hen, selbständig aufs WC gehen 
usw. Ich fühlte mich unsicher und 
fragte mich, wie es weitergehe. 
Es kam ein Problem auf mich zu: 
Wo sollte ich wohnen? Ich fand 
eine gute Lösung: das Pflegeheim 
Steinhof in Luzern, wo ich nun 
seit zehn Jahren wohne. Das Gute 
ist: Ich habe ein Einzelzimmer mit 
Terrasse. Was vielleicht viele nicht 
wissen ist, dass da eben oft jemand 
stirbt. Das ist für mich schon fast 
normal geworden. 
Um das alles zu ertragen, wurde ich 
gläubig und habe Jesus in mir auf- 
genommen. Jesus gibt mir Kraft. 
Ich habe schon früher gedacht, 
dass Jesus mich retten könnte. 
Trotzdem: Nach allem geht es mir 
heute recht 
gut.Larry 
*Name geändert 
GasseZiitigLozärnSeite 
5        Nr. 51       Mai/Juni 2013 
nicht mehr in diese Szene. Es ist 
sehr stressig und ein Kampf. In der 
Drogenszene gibt es keine Freund- 
schaften. Jeder hintergeht jeden, 
jeder verrät jeden. 
Meiner Tochter zuliebe will ich 
unbedingt mit den Drogen wie- 
der aufhören. Ich möchte, dass sie 
nach ihrem Sprachaufenthalt bei 
mir lebt. Das wäre wunderschön. 
Das geht aber nur ohne Drogen. Ich 
will es wieder schaffen, drogenfrei 
zu leben. Ich muss noch etwas Zeit 
haben, um es erneut zu versuchen. 
Ich bin momentan aber noch nicht 
soweit. 
 Lena 
Gespräch geführt mit 
Marlies Gessler 
*Namen geändert 
Nach 20 Jahren ohne Drogen 
wieder abgestürzt 
Am 23. Februar war es wieder so- 
weit: Die AC GasseChuchi nahm am 
traditionellen Calcio Totale-Tur- 
nier von Interamore teil. Mit da- 
bei waren Fabian*, Kai, Michi, die 
beiden Stefan, Sacha* und Simon. 
Das erste Spiel gegen die Equipe 
Sociale war hart umkämpft. Beide 
Mannschaften hatten eine gut or- 
ganisierte Abwehr. Das Spiel ende- 
te 0:0. In den drei darauffolgenden 
Spielen zeigten die Chuchi-Kickers 
vollen Einsatz. Sie vermochten 
auch einige Tore zu schiessen. 
Dennoch verlor die AC GasseChu- 
chi die Spiele gegen die übermäch- 
tigen Gegner. So schied die Mann- 
schaft bereits in der Gruppenphase 
aus dem Turnier aus. Dennoch war 
die Stimmung gut. Alle Spieler 
hatten viel Spass. 
Turnier in Basel 
Am 14. April fand in Basel das 
erste Turnier des Jahres der Sur- 
prise-Strassenfussball-Liga statt. 
Am frühen Sonntagmorgen mit 
im Bus nach Basel waren Michi, 
Simon, Enrico und der neu ver- 
pflichtete Oski. In Basel stiess Jas- 
min, die früher bei den Baracudas 
aus Basel spielte, zur Mannschaft 
hinzu. An den Surprise-Turnieren 
wird mit drei Feldspielern und 
einem Torwart gespielt. Es stan- 
den somit nur ein Auswechsel- 
spieler oder eine Auswechselspie- 
lerin zur Verfügung. Es war klar, 
dass eine gute Kondition wichtig 
sein würde. 
In der Vorrunde vermochten die 
Luzerner zwei von fünf Spielen zu 
gewinnen. Enrico, der für den ver- 
letzten Stefan im Tor stand, hatte 
keinerlei Angst vor den teilweise 
scharfen Schüssen der Gegner. 
Er wehrte zahlreiche Angriffe ab. 
Aufgrund des guten Torverhält- 
nisses waren die Luzerner auf 
Platz drei und somit für die Halb- 
finalspiele qualifiziert. 
Im Halbfinalspiel gegen die Bara- 
cudas stand es kurz nach der Halb- 
zeit 3:2 für die Basler. Leider fehlte 
es an Kondition, so dass das Spiel 
schliesslich mit 6:3 verloren ging. 
Im kleinen Final traf die AC Gas- 
seChuchi auf Obstikickers aus 
Rombach (AG). In der letzten Mi- 
nute stand es 6:5 für die Gegner. 
Die Chuchi-Kickers versuchten mit 
einigen Weitschüssen den Aus- 
gleich zu erzielen, was ihnen je- 
doch leider nicht gelang. So blieb 
der Mannschaft ein Podestplatz 
verwehrt und damit nur der vierte 
Rang. Zufrieden, aber erschöpft 
machte sich die Mannschaft auf 
den Heimweg. Anzufügen ist, 
dass Enrico, Oski und Simon er- 
freulicherweise eingeladen wur- 
den, am Selektionstrai ning für die 
Surprise-Nati teilzunehmen. Im 
August steht nämlich wieder die 
Homeless-WM, diesmal in Polen, 
vor der 
Tür.Manuel Brillant 
*Namen geändert 
Die Fussballer der 
GasseChuchi nahmen 
an zwei Turnieren teil. 
Wir berichten exklusiv 
über ihre Erfolge und 
verschweigen die Miss- 
erfolge nicht. 
Leben im Rollstuhl 
AC GasseChuchi am Calcio Totale 
und am Surprise-Turnier 
Das Verlangen nach Heroin kann selbst nach mehreren Jahren Abstinenz wieder auftreten und zu einem erneuten Absturz führen.  Bild: Fotolia 
Larry* litt lange unter 
Rückenschmerzen.   
Endlich kam die Diagno- 
se: Tumor. Nach einer 
Operation fand er im 
Pflegeheim Steinhof ein 
neues Zuhause. 
Nach der Operation am Rücken musste sich Larry ein neues Zuhause suchen.  Bild: Fotolia 
Mit dabei am Turnier in Basel waren 
(von links) Michi, Enrico, Simon, Oski 
und Jasmin.   Bild: GaZ
	        

Institution

 
Zentral-und Hochschulbibliothek Luzern

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